Der Erwerblosenausschuss bei der Arbeit:
vlnr. Harry Hacker, Corinna Kolb( Vorsitzende) und Jörg Bertram

19. Februar 2002

Tarifdiskussion

Der Bezirkserwerbslosenausschuss Lübeck/Ostholstein der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unterstützt in einer Erklärung die Tarifforderungen von ver.di, IG Metall und IG BCE sowie die Aussagen des DGB zu einem Ende der tarifpolitischen Bescheidenheit.
Das Gremium widerspricht ferner der vielfach geäußerten Behauptung, die Gewerkschaften würden mit überhöhten Forderungen den Interessen ihrer erwerbslosen Mitglieder entgegen wirken. Gewerkschaftlich organisierte Erwerbslose lassen sich nicht auf diese Weise von ihren beschäftigten Kolleginnen und Kollegen spalten.
Vielmehr ist dem Ausschuss sehr wohl bewusst, dass die moderaten Tarifabschlüsse der letzten Jahre nicht zu neuen Arbeitsplätzen geführt haben. Verantwortlich dafür sind Industrie und Wirtschaft, die ihre Gewinninteressen über ihre soziale und gesellschaftliche Verantwortung gestellt haben sowie die Politik, der es offenbar am Willen du der Kraft fehlt, entsprechend lenkend einzugreifen und das Wirtschaftsinteresse einiger Großkonzerne über die Einzelinteressen von Millionen von Menschen stellt.
In diesem Zusammenhang die Gewerkschaften für die steigende Zahl der Arbeitslosen verantwortlich zu machen - noch bevor die Tarifverhandlungen überhaupt begonnen haben - ist absurd. Vielmehr versprechen sich die gewerkschaftlich organisierten Arbeitslosen durch die angemessenen Forderungen unserer Kolleginnen und Kollegen eine Kaufkraftstärkung und Belebung der Binnenkonjunktur und des Arbeitsmarktes und damit einen Effekt, der durch die moderaten Abschlüsse der letzten Jahre offenbar verfehlt wurde.
 
Corinna Kolb
Vorsitzende des ver.di-Bezirkserwerbslosenausschusses Lübeck/Ostholstein